Why Erfurt

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Von Eisenach aus sollte es dann weiter in Thüringens Hauptstadt Erfurt gehen. So jedenfalls der eigentliche Plan…

Jedoch hatte ich in Eisenach auf der Stadtführung ein Ehepaar kennengelernt, die mir die Gedenkstätte “Point Alpha” empfohlen hatten. Es wäre auch nicht weit entfernt und auch “nur ein kleiner Umweg”.  Zu meiner Schande musste ich gestehen, dass ich von Point Alpha noch nie etwas gehört hatte, ganz zu schweigen davon wo diese Gedenkstätte sich überhaupt befindet. Und an wen oder was wird hier erinnert?

Umwege erhöhen ja bekanntlich die Ortskenntnisse und auch war mein Interesse geweckt. Natürlich habe ich mich am selben Abend noch hingesetzt und recherchiert was genau Point Alpha ist und wie ich dort hinkomme. Denn – ich habe keinen Führerschein und bin deswegen auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen. Kurz gesagt: Point Alpha ist von Eisenach mit den öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar, nicht gut, aber es ist möglich.

So fuhr ich spontan am nächsten Morgen statt nach Erfurt zum Point Alpha. In Eisenach hatte ich mir eine Thüringen Card geholt für 3 Tage, die mir nicht nur freie Eintritte zu fast allen Museen ermöglichte sondern auch ein Thüringen-Ticket der Deutschen Bahn beinhaltete. Damit sollte es also erst zum Point Alpha in der Nähe von Fulda und abends dann weiter nach Erfurt gehen. Wer sich ein bisschen in Deutschland auskennt, ahnt es vielleicht. Point Alpha liegt nicht ganz in Thüringen…

Point Alpha 

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Aber was genau ist nun Point Alpha? Es ist ein ehemaliger US-Beobachtungsstützpunkt, der bis zum Fall der Mauer einen wichtige Beobachtungsaufgabe im Verteidigungskonzept der Nato bildete. Heutzutage ist dort ein Museum errichtet worden, durch die Point Alpha Stiftung, das sogenannte „Haus auf der Grenze“ in dem eine Dauerausstellung zu sehen ist, die sich stark mit der Entwicklung des Grenzregimes der DDR und dem Leben der Bevölkerung an und mit der Grenze auseinandersetzt. Auch kann das US-Camp besichtigt werden, in dem sich ebenfalls ein Museum befindet. Der Eintritt für beides liegt bei 6 € (Stand September 2020).  im US-Camp gibt es ein kleinen Kiosk mit Erfrischungen und Snacks.

Obwohl der Umweg etwas länger war als erhofft, war es ein sehr interessanter Tag. Das Museum und auch die Gedenkstätte mit dem Iron Curtain Trail,  an dem man mehrere Kilometer auf dem ehemaligen Grenzstreifen entlang laufen kann haben mich sehr beeindruckt.

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Von dort ging es dann wieder zurück mit Bus und Zug nach Erfurt.

Hier kommt die Maus!

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In Erfurt angekommen habe ich mir erst einmal einen kleinen kostenlosen Stadtplan in der Touristeninfo geholt mit allen KIKA-Figuren eingezeichnet. Denn wenn man alle KIKA-Figuren gefunden hat, so hat man alle Sehenswürdigkeiten in Erfurt gesehen, so hieß es. Insgesamt wurden anlässlich zum 10-jährigen Bestehens des Kinderkanals KIKA (mit Sitz in Erfurt) im Jahr 2007 die Figuren im gesamten Stadtgebiet aufgestellt. Es stehen 11 Figuren in ganz Erfurt verteilt und weitere sollen noch hinzukommen. Besonders für Kinder ist dies ein schöner Stadtspaziergang, aber natürlich auch für Erwachsene. Die Sendung mit der Maus hat mich durch meine Kindheit begleitet und ich schaue die Sendung bis heute noch sehr gerne.

Die Krämerbrücke

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Das Wahrzeichen Erfurts bleibt aber die Krämerbrücke. Diese wunderschöne Brücke ist die einzige bewohnte Brücke nördlich der Alpen. Oft wird diese auch mit der Ponte Vecchio in Florenz verglichen. Auf der Brücke befinden sich Wohnungen und kleine Geschäfte meist aus dem Kunstgewerbe und auch ein Restaurant ist am Ende dieser Brücke. Unbedingt dort ein Eis essen, denn ein Urlaub ohne Eis ist machbar, aber sinnlos.

Erfurter Dom und Severikirche

Vom Domplatz aus sieht man schon den Dom und die Severikirche aus, die man über eine Treppe von 70 Stufen nach oben besichtigen kann. Von oben hat man einen tollen Blick über die Stadt und auch der Dom innen ist sehenswert. Der Erfurter Dom ist der wichtigste und älteste Kirchenbau in Erfurt. Er ist 81,26 m hoch und besitzt mit die größte freischwingende, aus dem Mittelalter stammende Glocke der Welt (“Gloriosa”). Es finden täglich Führungen im Dom statt (14 Uhr, 4,50€).


Neben dem Erfurter Dom befindet sich rechts die St. Severikirche. Die St. Severikirche, eine fünfschiffige gotische Hallenkirche, war ab dem 12. Jahrhundert Stiftskirche einer Chorherren-Gemeinde. Die Besichtigung ist kostenlos.

Die katholische Kirche zählt zusammen mit dem Dom zu den Wahrzeichen der Stadt Erfurt.

Gedenkstätte Andreasstraße

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Die Gedenkstätte Andreasstraße ist eine ehemaliges Stasi-Untersuchungshaftanstalt, das heute ein Museum ist und auf drei Stockwerken an die Unterdrückung und Widerstand während der SED-Diktatur in Thüringen 1949–1989 erinnert. Das Museum ist sehr multimedial aufgebaut. Im dritten Stockwerk sind die alten Zellen noch erhalten geblieben und man erfährt über die Haftbedingungen, die Haftstrafen und die Inhaftierten. Hier wurden meist Menschen inhaftiert, die sich gegen den Staat auflehnten. (z.B. ein Graffiti mit “Macht aus dem Staat Gurkensalat”).

Im Zweiten Stock lernt man über die Diktatur des SED-Staates und das Erdgeschoss befasst sich mit der Revolution. Der Eintritt kostet 2 € und der Audioguide noch einmal 3€. Dieser lohnt sich meiner Meinung nach.

Von Erfurt ging es dann ebenfalls mit der Bahn weiter nach Magdeburg, aber davon in einem neuen Post. 🙂

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Post Author: acountrymileaway |

Solo traveller from Germany - Lover of the arts and architecture. More into destinations off the beaten path

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